Überwältigende Mehrheit votierte auf der Wahlkreisvertreterversammlung für den 31-jährigen Juristen

Moritz Oppelt heißt der CDU-Kandidat bei der Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Rhein-Neckar. Der 31-jährige Jurist, der mit seiner Familie in Neckargemünd wohnt, setzte sich im Rahmen einer Wahlkreisvertreterversammlung der CDU Rhein-Neckar in der Dr.-Sieber-Halle in Sinsheim klar gegen seine beiden Mitbewerber Georg Hellmuth (Eberbach) und Dr. Jens Keienburg (Schriesheim) durch. 104 Delegierte votierten für Oppelt, 29 für Hellmuth und 2 für Keienburg.

Im Laufe der Veranstaltung hatten der Landtagsabgeordnete Karl Klein (CDU), der als Tagungspräsident die Versammlung souverän leitete, der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht, der Landtagsabgeordnete Dr. Albrecht Schütte und der Europaabgeordnete Daniel Caspary Grußworte gesprochen.
Klein ging unter anderem auf die Verdienste des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Stephan Harbarth ein, der am 22. November 2018 vom Bundestag zum Richter des Bundesverfassungsgerichts gewählt wurde und daher zum damaligen Zeitpunkt auch sein Bundestagsmandat niederlegen musste. Seit Juni 2020 ist Harbarth Präsident des Bundesverfassungsgerichts.
Schütte widmete sich in seinen Ausführungen unter anderem der Bewältigung der Auswirkungen der Coronapandemie: „Die CDU-geführte Bundesregierung und wir haben eine sehr erfolgreiche Politik gemacht. Wir haben deutlich weniger Coronatote als viele unserer Nachbarländer, wir haben einen geringeren Einbruch der Wirtschaft als fast alle anderen Länder der Welt. Unsere CDU ist in der Lage, Probleme konkret zu lösen.“
Nach Auslosung der Rednerreihenfolge sprach als Erster der drei Bewerber um die Nominierung als Bundestagskandidat der Neckargemünder CDU-Stadtverbandsvorsitzende Moritz Oppelt. Mit Blick auf die Coronakrise führte Oppelt, der als Abteilungsleiter bei der Steuerfahndung in Stuttgart arbeitet, aus: „Die CDU hat diesem Land auch in unruhigen Zeiten stets Stabilität und Sicherheit gegeben. Das Corona-Virus hat unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft auf eine harte Probe gestellt. Und wir haben, dank der `Politik der schwarzen Null´, auch finanziell die Kraft, unserer Wirtschaft in dieser schwierigen Zeit unter die Arme zu greifen und wieder auf die Beine zu helfen.“
Die kommende Bundestagswahl sei eine Richtungswahl. „Rot-rot-grüne Politik kann man sich im Bundesland Berlin ansehen. Wenn ein grüner Politiker die Ansicht vertritt, dass Drogendealer zu Berlin gehören und in Parks Drogen verkaufen können, dann sage ich dazu: Das brauchen und wollen wir hier nicht! Drogendealer gehören nicht in die Parks, sondern ins Gefängnis.“
Neben der Inneren Sicherheit ging Oppelt, der seit 13 Jahren Mitglied der CDU ist und seine Verwurzelung im Wahlkreis herausarbeitete, unter anderem auf die Finanz- und Wirtschafts-, Familien-, Europa-, Klima- und Umweltpolitik ein: „Wir sind die Partei mit dem C im Namen. Die Bewahrung der Schöpfung ist fester Bestandteil der DNA unserer Partei.“
Nächster Redner war der Eberbacher Georg Hellmuth, der seit über 20 Jahren CDU-Mitglied, seit 10 Jahren Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Eberbach und seit 6 Jahren Stadtrat in seiner Heimatstadt ist. Der 51-jährige Diplom-Ingenieur (Architekt), zudem Bankkaufmann und Oberstleutnant der Reserve mit Einsätzen in Bosnien und im Kosovo, erläuterte zunächst ausführlich die Motivation seiner Kandidatur und stellte klar: „Wer Veränderung will, der muss auch selbst bereit sein, aktiv zu sein. Sie haben heute Abend die Auswahl zwischen drei ganz unterschiedlichen Kandidaten.“
Hellmuth betonte ebenfalls die langjährige Verwurzelung seiner gesamten Familie und von ihm selbst in der Region und sagte: „Was uns alle eint, ist die Bereitschaft, etwas anzupacken, Verantwortung zu übernehmen, das Gewissen für das Ganze und unsere Gesellschaft.“ Er persönlich könne hier ferner „die Entschlussfähigkeit eines Offiziers und die kreative Lösungskompetenz eines Architekten miteinbringen“ und verwies auf „Wissens-, Erfahrungs- und Lebensnetzwerke in der Region, in Deutschland und Europa.“ Seine Themen: Bürokratieabbau, eine durchdachte und nachhaltige Energie- und Mobilitätswende, Ausbau der Infrastruktur, mehr Rückhalt für Polizei und Bundeswehr und Stärkung des Ehrenamtes.
„Wir müssen als CDU Wahlen wieder klar gewinnen. Wir müssen die Wählerinnen und Wähler, die sich von uns abgewandt haben, wieder zurückgewinnen – mit einem geschärften Markenkern und klaren Positionen aus der Mitte der Gesellschaft.“
Dritter Bewerber war Dr. Jens Keienburg, seit einem Jahr Mitglied der CDU und interdisziplinär ausgerichteter Naturwissenschaftler mit einer Promotion im Bereich der quantitativen Systembiologie. Das 38-jährige Neumitglied informierte die Delegierten ausführlich über seinen akademischen Werdegang, seine bisherigen wissenschaftlichen Leistungen und Forschungstätigkeiten sowie seine langjährige ehrenamtliche kirchliche Arbeit und sein großes Interesse an der Politik. „Freiheitliche Demokratie kann nach meiner festen Überzeugung nur mit einem festen religiösen Fundament gedeihen“, so Keienburg, der diesbezüglich auch auf das Statut der CDU verwies.
Er wolle sich als Bundestagsabgeordneter insbesondere den Themen Wissenschaft, Forschung und Digitalisierung zuwenden und diesbezüglich eine engagierte Kommunikation betreiben. Weiter ging Keienburg auf den Klimawandel, die Land- und Forstwirtschaft wie auch die zukünftige Wasserversorgung ein. Mit Blick auf die Asyl- und Flüchtlingspolitik forderte Keienburg „EU-Grenzen mit Türen“: „So kann eine Prüfung der Fluchtursachen direkt geprüft und eine jeweilige Entscheidung gerecht und effektiv getroffen werden.“
Der Vorstellung der drei Bewerber folgte eine Kandidatenbefragung, im Anschluss wurde der Wahlgang eröffnet. Nach Auszählen der Stimmen verkündete Karl Klein MdL das Ergebnis, gratulierte unter dem Applaus der CDU-Delegierten Moritz Oppelt zur Nominierung zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis Rhein-Neckar und dankte allen Kandidaten für ihre Bewerbung. Oppelt dankte in einer kurzen Ansprache für das große Vertrauen und richtete den Blick bereits auf den kommenden Bundestagswahlkampf.

(Text/Fotos: Matthias Busse)

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